Gedenkstätte meiner Wegbegleiter - Besondere Menschen

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Außer Familienangehörigen, Freunden usw. gibt es im Leben vieler Menschen auch besondere Wegbegleiter und so habe ich meinen besonderen Menschen hier eine kleine Gedenkstätte errichtet.

Frau Wolf - † September 2009
Herr Bach - † Sommer 2009

Es war wohl kein gutes Jahr dieses 2009, denn es nahm mir auch 2 langjährige Nachbarn die meine Kindheit begleitet hatten, in meiner Jugend immer noch da waren und selbst noch dort wohnten als ich schon lange ausgezogen war.

Herr Bach (unser Nachbar von gegenüber) war lange vorher sehr krank gewesen, man konnte damit rechnen das er ging.
Frau Wolf (wir wohnten Zaun an Zaun) jedoch fand ihr Sohn einfach morgens tot in ihrem Bett. Bis zum Schluss war sie trotz ihres hohen Alters über 80 "fit wie ein Turnschuh". Nun steht das große Haus neben uns leer, keine Blumen schmücken den Garten mehr und die Stille ist bedrückend.

Beide bleiben unvergessen und tragen Erinnerungen.....


Tante Liesel (Elisabeth Zimmerschied)
* 25.März 1927 - † 15.Juni 2009

Sie war in späteren Jahren die beste Freundin meiner Mutter. Kennen gelernt hatten sich die beiden Kinderwagenschiebend beim Spazierengehen. Ihre Tochter Beate war im August 1953 geboren worden und ich im September 1953. Wie junge Mütter so sind hatten sie sich viel zu sagen und so blieb es über alle die Jahre. Gemeinsam feierten meine Eltern, ich und Beate, gingen Karneval gemeinsam weg und besuchten recht oft unsere schöne Burg Lahneck um dort gemütliche Abende zu verbringen. Weder Kommunion, noch Hochzeiten gab es ohne den anderen Teil. Nach dem Tode meiner Mutter schlief der Kontakt etwas ein, was meinen Vater doch schmerzte, dennoch blieben wir uns verbunden.

Als mich in den Abendstunden des 15.Jun i 2009 ihre Tochter Beate anrief und mir mitteilte das ihre Mutter am Nachmittag gestorben war, war dies für und alle vollends unbegreiflich. Keiner von uns wusste überhaupt von ihrer Krankheit, denn sie hat sie vor ihren Freunden wohl verborgen. Mein Vater hat ihr Tod sehr getroffen und ich denke er hat auch ein wenig zu seinem Heimgang nur 3 1/2 Wochen später beigetragen.
Ich habe meine Tante Liesel noch einmal aufgesucht in der Halle der Toten und Abschied genommen. Mit ihr ist ein weiterer Teil meiner Jugend gegangen - meine Erinnerung an sie wird eine Gute sein.


Helga Hardenbach - *14.Juni 1934 - †15.Mai 2009

Das Leben führte unsere Wege zusammen im Jahre 1993. Ich arbeitete damals auf der "Schönheitsfarm im Lahntal" unter anderem als Nail-Designerin. Eines Tages kam sie als Kundin zu mir und wir waren uns sofort sehr vertraut obwohl uns doch so viele Jahre trennten. Als ihre Zeit auf der Schönheitsfarm abgelaufen war kam sie in mein eigenes kleine Studio und blieb so meine Kundin bis ich mein Studio geschlossen habe. Dennoch sahen wir uns sehr oft, telefonierten und hatten einen schönen Kontakt. Am 07.August 2008 war sie bei mir - niemand ahnte das dies das letzte Mal sein sollte. Am 07.September 2008 hatten wir ein neues Treffen ausgemacht - aber sie sagte es 2 tage vorher ab da sie dringend ins Krankenhaus müsse. Nie vorher war sie krank, mied die Ärzte wie der Teufel das Weihwasser. Sie wurde operiert, kam nach Hause, musste wieder ins Hospital und so ging das weiter. Dennoch telefonierten wir regelmäßig. Als ich im Mai 2009 bei ihr anrief meldete sich erst niemand und eine böse Vorahnung beschlich mich. Ich versuchte es eine Weile später noch einmal und ein fremde Frau war am Apparat. Es war ihre Tochter und sie teilte mir mit das ihre Mutter vor 3 Tagen gestorben war.

Noch heute kann ich diesen Tod einer so lebensbejahenden, lebensfrohen Sonnenfrau nicht begreifen. Sie ging von uns 4 Wochen vor ihrem 76.Geburtstag und meine Gedanken sind noch heute so oft bei ihr - Unvergessen wird sie bleiben.


Herr Hans-Günther Christ
* 14. Februar 1929 † 06.Februar 2009

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Herrn Hans-Günther Christ lernte ich zufällig kennen. Ich schrieb auf einer meiner Internetpräsenzen etwas über Lahnstein und brauchte eine Info bzgl. Friedrichssegen. Unser Stadtarchivar Herr Geil verwies mich an Herrn Christ. Er meinte er sei die wandelnde Chronik dieses Stadtteiles von Lahnstein. Wir verstanden uns so gut das ich ihm anbot sein Lebenswerk ins Internet zu bringen auf einer eigenen Website. So geschah es und die HP "Bergbaumuseum-Friedrichssegen" entsandt. Unseren gemeinsamen "Spaziergang durchs Tal" werde ich nie vergessen. Ebenso wenig ihn, diesen bescheidenen und so stillen alten Herrn der immer ein offenes Ohr für meine und die Fragen anderer hatte.

In Memoriam Hans-Günther Christ


Tante Erna (Erna Beahr) - † 28. Dezember 2008

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Die Jugendfreundin meiner Mutter, die auch noch nach ihrem Tod 2005 den Kontakt zu unserer Familie gehalten hat. Ich telefonierte noch am Heiligen Abend 2008 lange mit ihr und konnte, genau wie mein Vater, die Todesnachricht weniger Tage später garnicht recht realisieren.
Das Bild zeigt meine Mutter und Tante Erna in Jugendjahren zusammen bei meiner Oma im Wohnzimmer am Klavier.
Du bleibst mir unvergessen....


Onkel Schilla (Hans Pryzibilla) - † 15.Januar 2002

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Dieser etwas seltsam anmutende Name "Schilla" ist einfach meine Kinderinterpretation des Nachnamens "Pryzibilla" ... und so ist es geblieben auch für meine Kinder. Er und seine Frau, welche natürlich dann "Tante Schilla" hieß, und auch heute noch heißt, waren Mieter im Hause (Tante ist es heute noch) meiner Mutter, wo auch wir wohnten. Die kleine Dachwohnung wurde mein zweites Zuhause und ich hab wundervolle Stunden dort jeden Tag verbracht.
Onkel Schilla hat auf dem Friedhof gearbeitet und so habe ich ihn dort jeden Tag gesehen wenn mein Weg mich über den alten Gottesacker nach Hause führte. Oft habe ich ihm zugesehen bei der Arbeit und habe staunend in der Leichenhalle (furchtbares Wort) gestanden wenn er sie für mich aufschloss und den kleinen Raum betrachtet (damals gab es noch keine Kühlkammern) der einen dunkelblauen Samthimmel hatte mit goldenen Sternen darauf. Mich hat auch nicht der dunkle Sarg gestört der so oft dort stand, ich empfand es als einen würdevollen Abschied von dieser Welt unter einem so schönen Sternenhimmel zu liegen.
Er hat mir die alten Gräber und Grüfte gezeigt und erklärt und hatte immer Zeit für mich und meine vielen Kinderfragen.

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Onkel Schilla war ein großer, stattlicher Mann, hatte eine tiefe Stimme und ein Herz für Kinder. Seinen langsame Verfall mit anzusehen hat mich sehr mitgenommen aber in meiner Erinnerung streife ich mit ihm über den alten Friedhof meine kleine Hand in seiner großen.....

Lieber "Ziehvater" ich danke Dir für alles was Du mir Schönes geschenkt hast im Laufe Deines Lebens.....

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