Luzifer

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Ich möchte Ihnen hier den Engel "Luzifer" im Besonderen vorstellen. Manche zählen ihn zu den Erzengeln andere wiederum sagen er wäre der Prinz der Seraphim (Seraphim (hebr.), die höchsten Engel, die Engel der universellen Liebe (griech. Seraphim; lat. Serafim). Eine alte Kirchenauslegung hat ihn im Laufe der Zeit zum Teufel gemacht weil eine Parallele konstruiert wurde die ich Ihnen kurz erläutern möchte.

Der Begriff "Luzifer" hat seinen Ursprung nicht im Christentum. Der Planet "Venus" trug im antiken Babylon den Namen "Luzifer". Bei den Babyloniern wurde die Venus als "Morgenstern" und auch "Tagesstern, Sohn der Morgendämmerung" bezeichnet.
In der römischen Mythologie ist Luzifer bekannt als Sohn der Aurora, der Göttin der Morgenröte, in der griechischen Mythologie Eosphorus.
In Jesaja 14,12 findet ein aus dem Himmel hinabstürzender "Engel der Morgenröte" Erwähnung (
Dies ist nur als Gleichnis für den babylonischen König zu interpretieren). Weder der Vers 14,12 ("Wie bist du gefallen vom Himmel! Heule du Sohn des Frührots! Abgehauen wardst du, zur Erde, du Besieger aller Nationen"), noch sein Textumfeld in dem betreffenden Kapitel lassen den Schluss zu, dass man den gefallenen Morgenstern mit dem Teufel gleichsetzen kann und daraus konstruierte man dann den Teufel Luzifer der im alten Testament zur Verkörperung des Bösen wurde.
Der Legende nach fand dieser angebliche Sturz Luzifers vom Himmel in die Hölle an einem 1. April statt. Nach anderer Überlieferung geschah dieses an einem 1. August.
Im 14. Jahrhundert gab es gnostische Gruppen, die sich Luziferianer nannten. Diese Gruppen verehrten Luzifer und meinten, dass er der Bruder Gottes ist, der fälschlicherweise aus dem Himmel verstoßen wurde. Dieser Aberglaube hat sich teils bis heute gehalten. Aufgewärmt wurden diese Geschichten auch durch Mystiker wie Hildegard von Bingen (1098-1179) und Jakob Lorber (1800-1864). Die Gnostiker waren es die den Luzifer Mythos verzerrten. Die Bibel aber entstand vor den gnostischen Schriften.

Die ersten Luziferianer gab es in Österreich. Ihr Kult verbreitete sich rasch in Brandenburg, Böhmen, der Schweiz und Savoyen.

Der Engel Luzifer war sicher nicht Gottes Gegner sondern sein liebster Diener und Gott hat ihn auf die Welt gesandt um die menschliche Spiritualität zu stärken. Durch ihn bot und bietet er ständige Versuchung an, durch ihn sollen wir "Licht und Dunkel" erkennen können, "Schwarz und Weiß". Es gehört zu den himmlischen Aufgaben von Luzifer uns über die notwendige dunkle Seite des Lebens zu belehren. Luzifer ist der Schatten, der durch den Kontrast das Licht offenbart, denn oft können wir das Licht nicht sehen bevor wir die Dunkelheit nicht erlebt haben. Luzifer steht somit sowohl für die Erleuchtung als auch für die Versuchung, also den gleichzeitigen Fluch und Segen des menschlichen Bewusstseins.
Luzifer ist ein Bote Gottes und als Gott den Menschen erschaffen hatte da fragte Luzifer: " Herr, bist du sicher, dass der Mensch dir immer treu sein wird?" und Gottes Antwort war:" Gehe und teste sie Luzifer, und die die versagen, die sollen durch dich die Strafe erhalten, welche sie verdienen." (aus dem Buch Samael).

Luzifer kann nicht der Teufel sein. Der Träger des Bösen ist Satan, der schon im Garten Eden als Schlange gewirkt hat: "Der große Drache, die uralte Schlange, die Widerwirker und Satan heißt" (Offb. 12:7). Er wird auch "Fürst des Vollmachtsgebiets der Luft" genannt (Eph. 2:2). Von einem Wechsel dieser Titel ist nie die Rede. Wäre Satan einmal ohne Arg gewesen, wäre das aber notwendig. So heißt es auch: "der Widerwirker sündigte von Anfang an" (1. Joh. 3:8). Und außerdem war er "ein Menschentöter von Anfang an und hat nicht in der Wahrheit gestanden, weil keine Wahrheit in ihm ist" (Joh. 8:44). Die Behauptung also das Satan ein gefallener Engel ist würde somit die Glaubwürdigkeit der Bibel in Frage stellen denn die klar belegten Eigenschaften Satans sind das er von Anfang an sündigte und von Anfang an ein Menschentöter war und somit niemals vorher ein Engel sein konnte.

Luzifer

Ich will mein Licht vor eurem Licht verschließen,
ich will euch nicht, ihr wollt mich nicht genießen,
bevor ich nicht ein Eigenlicht geworden.

So bring ich wohl das Böse zur Erscheinung,
als Geist der Sonderheit und der Verneinung,
doch neue Welt erschafft mein Geisterorden.

Aus Widerspruch zum unbeirrten Wesen,
aus Irrtum soll ein Götterstamm genesen,
der sich aus sich - und nicht aus euch - entscheidet.

Der nicht von Anbeginn in Wahrheit wandelt,
der sich die Wahrheit leidend erst erhandelt,
der sich die Wahrheit handelnd erst erleidet.

Christian Morgenstern, 1912

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